Sprungmarken

Servicenavigation

Hauptnavigation

Sie sind hier:

Bereichsnavigation

Hauptinhalt

Zukunftsszenarien für die Maker-Bewegung

Bastian Pelka und Janosch Sbeih von der Sozialforschungsstelle Dortmund trafen sich in Barcelona mit FabLab-ManagerInnen, Maker-Faire-OrganisatorInnen, Soziale-Innovations-ForscherInnen, ExpertInnen zu Unternehmenstrategien, Technologie-EntwicklerInnen und weiteren Experten aus dem MAKE-IT Konsortium, um gemeinsam Zukunftsszenarien für die Maker-Bewegung auszufeilen.

MAKE-IT_consortium_Barcelona

Am 21. Juni trafen sich die sfs-Wissenschaftler Bastian Pelka und Janosch Sbeih mit MAKE-IT-Experten aus der Forschung und Praxis, um bisherige Forschungsergebnisse zu diskutieren. Das Ziel des Workshops war es, qualitative Kommentare zu der zukünftigen Entwicklung der Maker-Bewegung zu sammeln. Die Basis der Diskussion waren drei Szenarien, die an der Sozialforschungsstelle entwickelt und bereits in anderen Formaten präsentiert und diskutiert wurden. Die Szenarien stellen unterschiedliche Entwicklungspfade für die Zukunft der Maker-Bewegung und ihrem Wirkungsgrad in der Gesellschaft dar.

Im ersten Szenario wird die Maker-Bewegung von öffentlichen Lernorten aufgenommen. Schulen, Bibliotheken, Museen und andere öffentlich finanzierte Orte installieren Makerspaces, wo Besucher Technologien und Methoden der digitalen Fertigung nutzen können. Der „Making“-Ansatz wird von der breiten Gesellschaft aufgenommen und beeinflusst die Ziele und Regeln öffentlicher Orte. „Making“ wird hierbei als ein Ausdruck von Kultur verstanden.

Das zweite Szenario stellt eine Situation dar, in der die Open-Source-Ethik der Maker-Bewegung in der breiten Öffentlichkeit etabliert wird und die Maker-Bewegung sich zu einer weit genutzten, commons-basierten, dezentralisierten Peer-to-Peer Fertigungsökonomie entwickelt hat. Gesellschaftliche Ansichten und Praktiken wandeln sich vom Individualismus hin zu kooperativeren Herangehensweisen; alternative Währungsmodelle unterstützen die unentgeltliche Produktion und Verteilung von Gütern und ein großer Teil der Gesellschaft stillt einen zunehmenden Anteil ihrer materiellen Bedürfnisse ohne Abhängigkeit zu traditioneller Lohnarbeit.

Das dritte Szenario stellt die Effekte einer Zukunft dar, in der die Maker-Bewegung von der etablierten Industrie absorbiert wird. Makerspaces finden sich hauptsächlich in den Forschungs- und Entwicklungs-Abteilungen großer Unternehmen wieder und die Industrie macht sich die Vorteile der auf Graswurzelstrukturen basierenden Gemeinschaft der Maker-Bewegung zunutze. Die finanzielle Sicherheit von MakerInnen ist in diesem Szenario deutlich gestärkt und Management- und Designansätze in Unternehmen werden von der Maker-Kultur beeinflusst. Das Teilen frei zugänglicher Designs verschwindet jedoch in weniger sichtbare Subkulturen.

Die MAKE-IT-Experten aus Forschung und Praxis haben diese drei Szenarien durch ihre Kommentare zu wahrscheinlichen Entwicklungspfaden verfeinert und erste Empfehlungen für Akteure aus Forschung, Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft verfasst, wie sie von den Szenarien betroffen sein würden und diese mitgestalten könnten. Behalten Sie den MAKE-IT-Blog im Blick, um die Veröffentlichung der Diskussionszusammenfassungen aus diesem Workshop nicht zu verpassen!


MAKE-IT wird im Rahmen des EU-Programms Horizon2020 gefördert. Beteiligte Projektpartner sind: TNO (Niederländische Organisation für angewandte wissenschaftliche Forschung), DTI (Dänisches Technologisches Institut), ZSI (Zentrum für Soziale Innovation), IAAC (FabLab Barcelona, Katalonisches Institut für fortgeschrittene Architektur), FLZ (FabLab Zagreb), HLW (Happylab GmbH Wien), AHHAA (Wissenschaftszentrum AHHAA), CIR (Create it Real ApS) und die Sozialforschungsforschungsstelle der TU Dortmund.