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„Global Science Week 2017“ zu sozialer Innovation in Wissenschaft und Gesellschaft

Wie kann Wissenschaft zur Bewältigung komplexer gesellschaftlicher Herausforderungen beitragen, und welche Rolle spielt soziale Innovation hierbei? Die „Tsukuba Global Science Week“ (TGSW 2017) widmete sich in diesem Jahr dem Thema „Science for Social Innovation“ und versammelte Forscherinnen und Forscher unterschiedlicher Disziplinen in Tsukuba Science City, dem größten Wissenschafts- und Technologiestandort Japans. Dr. Christoph Kaletka (Technische Universität Dortmund / sfs) hielt die Eröffnungsrede und verwies auf noch ungenutzte Potenziale der Innovationsforschung und die Chancen einer umfassenden Innovationspolitik.

Tsukuba_Global_Science_Week_2017

Christoph_Kaletka_Science_for_Social_Innovation_VortragVom 25. bis zum 28. September fanden 600 Teilnehmende den Weg nach Tsukuba. Die Organisatoren hatten weitreichende Ziele formuliert: „As the pace of globalization continues unabated, we have come to witness a range of ‘global issues’ – climate change and global warming, biodiversity, world hunger and poverty, environmental degradation, food security, human trafficking, terrorism, etc. – that call for worldwide collaboration of scientists. Tsukuba Global Science Week, with the University of Tsukuba as its main driver, was conceived and launched as a platform for sharing the latest research results, carrying out transdisciplinary conversations, and providing an impetus for action to deal with such intractable problems.“

Soziale Innovation diente als verbindendes Thema der Wissenschaftswoche. Die Forschung in diesem noch jungen wissenschaftlichen Themenfeld widmet sich der Frage, wie innovative Ansätze und Initiativen für Bildung, Inklusion, Mobilität oder Armutsbekämpfung Wirkung entfalten und zu sozialem Wandel beitragen können. Internationale Verbünde beforschen förderliche und hemmende Rahmenbedingungen, beschreiben Entwicklungsmöglichkeiten lokaler Ökosysteme für soziale Innovationen, und beteiligen sich an transdisziplinären Diskussionen mit Politik und öffentlicher Verwaltung, der Wirtschaft und der Zivilgesellschaft.

In seinem Vortrag führte Christoph Kaletka in die konzeptionelle und theoretische Entwicklung des Themenfelds Soziale Innovation ein und präsentierte ausgewählte empirische Ergebnisse des Projekts „Social Innovation – Driving Force of Social Change (SI-DRIVE)“. In diesem Forschungsprojekt, gefördert im 7. Forschungsrahmenprogramm der EU, untersucht ein Konsortium aus 25 Partnern unter Koordination der TU Dortmund Initiativen, Netzwerke und thematische Schwerpunkte sozialer Innovation. Beispielsweise zeigt sich, dass Initiativen sozialer Innovation in vergleichbarem Maße von der Zivilgesellschaft, dem öffentlichen und dem privaten Sektor geprägt sind, während die Wissenschaft eine eher untergeordnete Rolle spielt. Dies kontrastiert stark mit der herausgehobenen Bedeutung von Wissenschaft in traditionellen, von Technologieentwicklung geprägten Innovationsnetzwerken. In Tsukuba betonte Christoph Kaletka die Herausforderung, anwendungsorientierte Forschungskonzepte wie Transformationsforschung, Design Thinking und Open Innovation weiterzuentwickeln und sich an der Gestaltung intermediärer Strukturen wie Laboren sozialer Innovation oder Impact Hubs zu beteiligen.

Zum Ende der TGSW 2017 wurde im Namen der Teilnehmenden die „Tsukuba Declaration“ veröffentlicht. Ein Auszug: “We, as drivers of innovation, commit ourselves to ‘trans-border’ collaboration across industry, government and academia, and will pioneer new industries and shape the next society, […] and aim to strengthen the capacity of science and research to develop innovative solutions to complex social problems.“