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Kick-Off-Veranstaltung für das „s_inn –Transfernetzwerk Soziale Innovation“ in Düsseldorf

Demographische Wandel, die Integration von Menschen mit Behinderungen oder das Entgegensteuern gegen die zunehmende gesellschaftliche Segregation: Es gibt viele soziale Herausforderungen die gemeistert werden müssen. Dazu beitragen soll die Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen und die Evangelische Hochschule Rheinland-Westfalen-Lippe. Anfang des Jahres starteten beide Hochschulen das „s_inn – Transfernetzwerk Soziale Innovation“, das am 9. Juli 2018 zur Kick-Off-Veranstaltung nach Düsseldorf einlud. Herbei referierte sfs-Direktor Prof. Dr. Jürgen Howaldt zur „Rolle der Hochschulen bei der Entwicklung und Verbreitung sozialer Innovationen“.

Die Gründung von „s_inn – Transfernetzwerk Soziale Innovation“ durch die Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen (KatHO NRW) und die Evangelische Hochschule Rheinland-Westfalen-Lippe (EvH RWL) steht im Zeichen der Meisterung sozialer Herausforderungen. Hierbei wurden in Düsseldorf die Potentiale und die positiven Effekte sozialer Innovationen hervorgehoben – dies auch durch Bundesforschungsministerin Anja Karliczek und Klaus Kaiser (Parlamentarischer Staatssekretär im Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen). Bei der Präsentation des neuen Netzwerks vor rund 150 VertreterInnen aus Politik, Wissenschaft, Zivilgesellschaft sowie der Sozial- und Gesundheitswirtschaft, fokussierte Prof. Dr. Jürgen Howaldt, Direktor der Sozialforschungsstelle Dortmund, in seinem Impulsvortrag „Die Rolle der Hochschulen bei der Entwicklung und Verbreitung sozialer Innovationen“ und betonte dass im Bereich der Einbindung von Hochschulen noch deutliche Optimierungsmöglichkeiten stecken. Hierbei beleuchtete er die infrastrukturellen Gegebenheiten zur Implementierung und Verbreitung sozialer Innovationen auch aus einer internationalen Perspektive.

 „Weltweit erproben Soziale Innovatoren neue Strategien, um komplexen Herausforderungen wie dem Klimawandel, dem demografischen Wandel oder sozialer Ungleichheit zu begegnen“, so Prof. Dr. Jürgen Howaldt.

Allerdings fehlten zurzeit in den meisten Ländern unterstützende Infrastrukturen, wie sie im Bereich der Technologieförderung erfolgreich entwickelt wurden - ebenso wie eine auf die Förderung sozialer Innovationen ausgerichtete Innovationspolitik. Hochschulen könnten da einen wichtigen Beitrag bei der Entwicklung und Verbreitung sozialer Innovationen leisten. „Es geht darum, soziale Innovationen in Forschung und Lehre zu integrieren und damit zugleich Impulse für gesellschaftliche Veränderungen so geben“, unterstrich Howaldt in seinem Vortrag, an den sich eine angeregte Podiumsdiskussion anschloss.


Stimmen von der Kick-Off-Veranstaltung

Anja Karliczek (Bundesministerin für Bildung und Forschung)

„Für ein gutes Leben in Deutschland sind der Zusammenhalt unserer Gesellschaft und eine wettbewerbsfähige Wirtschaft wichtige Grundvoraussetzungen. In der Förderinitiative ‚Innovative Hochschule‘ geht es uns deshalb nicht nur um die Förderung technologischer Innovationen. Wir fördern auch soziale und kulturelle Innovationen, die mit neuen Ideen positive Impulse für unser Miteinander setzen können. Ich freue mich, dass sich die Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen und die Evangelische Hochschule Rheinland-Westfalen-Lippe dem Netzwerk innovativer Hochschulen angeschlossen haben. Auf die weitere Arbeit der geplanten ‘Agentur für Transfer und Soziale Innovation‘ bin ich gespannt und wünsche allen Beteiligten viel Erfolg!“ 

Klaus Kaiser (Parlamentarischer Staatssekretär im Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen)

„Soziale Innovationen leisten einen entscheidenden Beitrag zum gesellschaftlichen Fortschritt. Sie stärken den Zusammenhalt und geben Antworten auf große Herausforderungen wie die Gestaltung einer alternden Gesellschaft, die Integration von Zugewanderten oder den Klimawandel. Deshalb brauchen wir starke Hochschulen, die solche Innovationen gemeinsam mit Partnern aus Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft vorantreiben.“

Prof. Dr. Dr. Sigrid Graumann (Rektorin der Evangelischen Hochschule RWL)

„Die Erwartungen von Politik und Gesellschaft an Hochschulen haben sich verändert. Wir müssen zu sozialer Innovation beitragen.“

Prof. Dr. Liane Schirra-Weirich (Prorektorin für Forschung und Weiterbildung der Katholischen Hochschule NRW)

„Die großen gesellschaftlichen Herausforderungen, denen wir uns im Verbund widmen - Alterung, Inklusion, Integration und soziale Segregation - erfordern eine kritische Auseinandersetzung mit aktuellen sozialpolitischen Prämissen und den sich hieraus ergebenden Rahmenbedingungen."

Um den gleichberechtigten Zugang aller zur Gesellschaft zu ermöglichen, sei ein Diskurs von Gesellschaft und Wissenschaft auf Augenhöhe erforderlich. Schirra-Weirich bekräftigte:

„Diesen Diskurs werden wir in unserem Verbund initiieren und nachhaltig ausbauen, mit dem Ziel, entscheidende Impulse für soziale Praktiken und Sozialpolitik zu liefern.“