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Dortmunds erster inklusiver MakerSpace wird ein Jahr alt: TU-WissenschaftlerInnen machen 3D-Druck nutzbar für Menschen mit Behinderungen

Am 30.8. feierte Dortmunds erster inklusiver MakerSpace seinen ersten Jahrestag. WissenschaftlerInnen der Fakultät für Rehabilitationswissenschaften der TU Dortmund und Dr. Bastian Pelka von der Sozialforschungsstelle Dormund haben gemeinsam mit dem „Büro für Unterstützte Kommunikation“ der Werkstätten der AWO an der Leuthardstraße einen MakerSpace eingerichtet, in dem Menschen mit Behinderungen selber 3D-Drucker nutzen können – z.B. zum Herstellen von Hilfsmitteln. Der MakerSpace ist aber auch für alle anderen BesucherInnen geöffnet und kostenlos.

„Menschen mit Behinderungen benötigen oft Hilfsmittel, um am Alltag oder Arbeitsleben teilnehmen zu können“, erklärt JunProf. Ingo Bosse vom Lehrstuhl für Körperliche und Motorische Entwicklung in Rehabilitation und Pädagogik der TU Dortmund. Er leitet das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Programm „LightCares“ geförderte Projekt „SELFMADE“, in dem Menschen mit Behinderungen sich gemeinsam mit Makern in sogenannten „MakerSpaces“ ihre Hilfsmittel selber herstellen. Dabei kommen neben modernen 3D-Druckern auch Prinzipien der sozialen Innovation zum Einsatz – Menschen mit und ohne Behinderung arbeiten gemeinsam an neuen Lösungen für soziale Probleme. „Unser Ziel ist es“, erklärt Dr. Bastian Pelka, der im Projekt für Begleitforschung und das Thema soziale Innovation zuständig ist, „Menschen mit Behinderung eine eigenständige Aneignung und Nutzung der neuen Technologie zu ermöglichen, so dass sie ihre eigenen Bedarfe – zum Beispiel an Hilfsmitteln – besser adressieren können.“

3D-Drucker sind Geräte, die feste Materialien – meist Kunststoff in Form langer Schnüre – durch Hitze verflüssigen und sehr präzise schichtweise auftragen können. Erkalten diese Materialien, entstehen „ausgedruckte“ Objekte, die fast jede Form und Größe annehmen können. Für Menschen mit Beeinträchtigungen ist dies interessant, weil der 3D-Druck sehr individualisierte „Produktion“ gestattet – eine Herstellungsweise, die viel besser als die industrielle Serienfertigung geeignet ist, individuelle Bedarfe zu berücksichtigen. Daher wurde der erste inklusionsorientierte MakerSpace in Dortmund bewusst in einer Einrichtung eröffnet, in der täglich Menschen mit Behinderungen verkehren.

Als Pilotprojekt wurde im Dortmunder Büro für Unterstützte Kommunikation der AWO an der Leuthardtstraße ein inklusiver MakerSpace eingerichtet. In dieser Außenarbeitsgruppe einer Werkstatt für Menschen mit Behinderungen wird nun schon seit einem Jahr die Herstellung individueller Hilfsmittel mit Hilfe des 3D-Drucks und anderen Maker-Technologien professionalisiert und deren Produktion weitgehend an deren Nutzer übergeben. Menschen mit Behinderungen können hier eigenständig entscheiden, wie Hilfsmittel aussehen sollen und können diese selber herstellen.