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sfs-WissenschaftlerInnen diskutieren Management sozialer Innovationen auf BDS-Tagung

Gleich acht WissenschaftlerInnen der sfs waren zu Vorträgen auf der 20. Tagung für Angewandte Sozialwissenschaften des BDS unter dem Titel „Nachhaltig Leben und Wirtschaften. Management Sozialer Innovationen als Gestaltung gesellschaftlicher Transformation“ nach München eingeladen worden. In ihren Beiträgen beleuchteten sie zwei Tage lang unterschiedliche soziale Innovationen in Theorie und Praxis.

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Dr. Bastian Pelka und Ann Christin Schulz stellten hierbei Ergebnisse einer umfangreichen empirischen Studie vor: „Wie viel Medienkompetenz wird in den Vorlesungen an deutschen Hochschulen in sozialen und pädagogischen Fächern vermittelt?“ hatten sie in einer Studie gefragt und die Vorlesungsverzeichnisse aller deutschen Hochschulen mit einschlägigen Studiengängen untersucht. Mehr als 19.000 Einträge aus Vorlesungsverzeichnissen wurden analysiert, „Das Ergebnis ist alarmierend“, resümiert Ann Christin Schulz: „Weniger als 2% aller Veranstaltungen thematisieren Medienkompetenz.“ Dabei wäre dies wichtig. „Die Transformation zur digitalen Gesellschaft droht, neue Benachteiligungen zu schaffen“, erklärt Dr. Pelka. SeniorenInnen oder Menschen mit Behinderung drohten von der Digitalisierung ausgeschlossen zu werden, andere Menschen würden von Nachteilen betroffen. Abhilfe könnten PädagogenInnen in der sozialen Arbeit leisten, die gezielt Medienkompetenz an von Exklusion bedrohte Menschen vermitteln. Doch die Studienergebnisse zeigen: Davon ist Hochschullehre weit entfernt.

Praktischer wurden vier Studierende der Rehabilitationspädagogik, die in ihrem Vortrag mit ihrem Dozenten Dr. Bastian Pelka einen Ansatz vorstellten, mit dem PädagogenInnen digitale Kompetenzen an von Exklusion bedrohte Menschen vermitteln können. Sie stellten ihr studentisches Projekt „Get Online Week“ vor – eine Kampagne, mit der 12 Studierende über 500 Menschen in Dortmund im Umgang mit digitalen Medien schulten.

Vier Studierende der Gruppe präsentierten die Ergebnisse einer Panel-Befragung, die sie mit den Teilnehmenden ihrer Kurse durchgeführt hatten. Ein Fazit: Kurze, speziell auf die Bedarfe von Zielgruppen abgestimmte Kurse können einen wertvollen Beitrag zur nachhaltigen Stärkung digitaler Kompetenzen leisten und damit eine digitale Spaltung in GewinnerInnen und VerliererInnen der digitalen Transformation bekämpfen.

Welche Rolle können die Sozialwissenschaften bei transnationalen Diffusionsprozessen sozialer Innovationen spielen? Dieser Frage gingen Kerstin Guhlemann und Christine Best am Beispiel eines europäischen Praxisprojektes nach. Das Projekt trägt den Namen „JobAct Europe – Social inclusion by social arts” und zielt mit einer neuartigen Kombination von theaterpädagogischen Maßnahmen, Bewerbungstraining und einem zielgruppenspezifischen Ansatz auf die Arbeitsmarktinklusion von Erwerbslosen mit multiplen Vermittlungshemmnissen ab.

In Deutschland bereits erfolgreich institutionalisiert und mit zahlreichen Auszeichnungen versehen, erfolgt momentan, mit Unterstützung der sfs, die Diffusion des Ansatzes in weitere europäische Länder. Auf Basis bisheriger Projektergebnisse erläuterte Christine Best, inwiefern die Wissenschaftlerinnen den bisherigen Diffusionsprozess des Projektes in Europa unterstützt haben und welche Schwierigkeiten es zu überwinden galt. Als besondere Herausforderung ließen sich insbesondere disziplinäre und methodische Divergenzen zwischen Kunst und Wissenschaft identifizieren, die im Projekt in einem stärkenorientierten Ansatz für beide Seiten nutzbringend gewendet werden.

Die Vernetzung verschiedener internationaler Akteure im Bereich Sozialer Innovation und der Austausch über ihre Aktivitäten und theoretischen Überlegungen steht bei der European School of Social Innovation (ESSI) im Mittelpunkt. Antonius Schröder stellte den Ausgangspunkt, die Notwendigkeit, sowie Zielsetzung und Ausgestaltung dieses Think Tanks ausführlich vor. Die Möglichkeit Mitglied der stetig wachsenden European School of Social Innovation zu werden, besteht sowohl für Organisationen als auch Einzelpersonen. Anschließend präsentierte Marthe Zirngiebl den Atlas of Social Innovation. Anhand 62 kurzer und prägnanter Artikel liefert der 2018 erschienene Atlas der Sozialen Innovation einen bisher einmaligen Einblick in die bunte und vielfältige Welt Sozialer Innovation. Die Weiterführung und Aktualisierung dieser Publikation ist eine der vielen Kernaktivitäten ESSIs. So ist die Veröffentlichung des Nachfolgebands für Herbst 2019 geplant.

Wie können Ecosysteme zur Entwicklung sozialer Innovationen beitragen? Dieser Frage gingen Jürgen Schultze, Jennifer Eckhardt, Katharina Schrot (alle sfs) und Dr. Arne Elias (Wirtschaftsförderung Dortmund) im Forum „Ecosysteme als Garant für nachhaltige soziale Innovationsprozesse“ nach.

Die Einbindung relevanter Stakeholder und Akteure aus allen Sektoren (Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft) in die Entwicklung sozialer Innovationen ist eine zentrale Voraussetzung, nicht nur für die Einbindung verschiedener Kompetenzen und Verantwortlichkeiten, sondern auch für deren nachhaltige Verankerung und Verbreitung in bestehende Strukturen. Anhand von internationalen Beispielen und lokaler sowie regionaler Implementationen sozialer Innovationen wurden die Akteurskonstellationen sowie die Wirkungen auf Nachhaltigkeit, wichtige Erfolgsfaktoren und kritische Einflüsse beleuchtet. In den Vorträgen wurden Ecosysteme auf verschiedenen Ebenen dargestellt:

Jürgen Schultze stellte das BMBF-geförderte Projekt „iResilience“ vor, das sich im Ecosystem Quartier bewegt und das auf innovative Lösungen für die komplexen, dynamischen Herausforderungen des Klimawandels und der nachhaltigen Entwicklung sowie deren Erprobung in urbanen Reallaboren in Quartieren in den Städten Köln und Dortmund abzielt.

Dr. Arne Elias von der Wirtschaftsförderung Dortmund beleuchtete in seinem Vortrag das Ecosystem Stadt und berichtete von den Erfahrungen des Aufbaus zweier kommunaler Labore sozialer Innovation in den Städten Dortmund und Wuppertal im Rahmen des BMBF-geförderten Projekts „KoSI-LAB“.

Katharina Schrot berichtete über Akteurskonstellationen, Wirkungen und Charakteristiken im Ecosystem Region anhand von Beispielen aus Projekten im Themenbereich Klimafolgenanpassung.

Jennifer Eckhardt gab zum Abschluss einen Überblick über den Vergleich verschiedener Ecosysteme sowie deren Treiber und Hemmnisse, der im Rahmen des EU-geförderten Projekts „SISCODE“ angestrebt wird und stellte erste Projektergebnisse vor.


XX. Tagung für Angewandte Sozialwissenschaften: "Nachhaltig Leben und Wirtschaften. Management Sozialer Innovationen als Gestaltung gesellschaftlicher Transformation"XX. Tagung für Angewandte Sozialwissenschaften: "Nachhaltig Leben und Wirtschaften. Management Sozialer Innovationen als Gestaltung gesellschaftlicher Transformation"XX. Tagung für Angewandte Sozialwissenschaften: "Nachhaltig Leben und Wirtschaften. Management Sozialer Innovationen als Gestaltung gesellschaftlicher Transformation"XX. Tagung für Angewandte Sozialwissenschaften: "Nachhaltig Leben und Wirtschaften. Management Sozialer Innovationen als Gestaltung gesellschaftlicher Transformation"XX. Tagung für Angewandte Sozialwissenschaften: "Nachhaltig Leben und Wirtschaften. Management Sozialer Innovationen als Gestaltung gesellschaftlicher Transformation"