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Betriebsräte und Wissenschaftler diskutieren über Generationswechsel im Betriebsrat

"Wie gelingt es, neue Betriebsratsmitglieder zu rekrutieren und durch ein systematisches Kompetenzmanagement den Wechsel im Vorsitz vorausschauend zu gestalten?“ Dieser Frage ist das von der Sozialforschungsstelle und dem Institut für Gerontologie der TU Dortmund durchgeführte Projekt „Nachfolgeplanung und Übergangsgestaltung im Betriebsrat“ in sieben Betriebsratsfallstudien nachgegangen. Am 6. Juni wurden die Ergebnisse beim beim von der Hans-Böckler-Stiftung ausgerichteten Praxis-Wissenschaft-Dialog „Generationswechsel und Kompetenzmanagement in Betriebsräten“ in den ver.di-Höfen in Hannover vorgestellt.

Der Generationswechsel im Vorsitz wird für immer mehr Betriebsräte zur Herausforderung. Über 60 Prozent der amtierenden Betriebsräte sind 46 Jahre oder älter, und 6,1 Prozent haben das sechzigste Lebensjahr bereits überschritten. Gleichzeitig sind in den Gremien vermehrt neue Mitglieder vertreten. Knapp 40 Prozent der 2018 gewählten Betriebsräte traten ihre erste Amtszeit an. Im von der Hans-Böckler-Stiftung geförderten Projekt „Nachfolgeplanung und Übergangsgestaltung im Betriebsrat“ wurde in sieben Betriebsratsfallstudien untersucht, wie die die Gremien mit dem nahenden Wechsel im Vorsitz umgehen und welche unterschiedlichen Einflussfaktoren auf den Nachfolgeprozess einwirken. So spielen zum Beispiel die Branche, die Präsenz der Gewerkschaft, aber auch die Betriebsform und das Verhältnis des Betriebsrats zum Arbeitgeber eine wichtige Rolle bei der Auswahl und Vorbereitung einer neuen Besetzung im Vorsitz. Auf der Mikroebene kommen zusätzlich persönliche Dispositionen und gruppendynamische Prozesse zum Tragen.

Jedoch sollte beim Praxis-Wissenschaft-Dialog „Generationswechsel und Kompetenzmanagement in Betriebsräten“ nicht die Ergebnispräsentation im Vordergrund stehen, sondern ein umfassender Dialog zwischen WissenschaftlerInnen und den etwa 40 anwesenden BetriebsrätInnen. Um den anwesenden BetriebsrätInnen möglichst viele Facetten des Themas präsentieren zu können, beteiligten sich insgesamt sechs Projekte am Praxis-Wissenschaft-Dialog. Vertreten waren neben der Sozialforschungsstelle und dem Institut für Gerontologie der TU Dortmund die Universität Bremen, die IG Metall, das Helex Institut Bochum und die EVOCO GmbH.

In den Workshops stellten die Projekte ihre Lösungsansätze vor und diskutierten mit den Betriebsräten Anwendungsmöglichkeiten und Verbesserungsvorschläge. Im von Prof. Dr. Christoph Strünck (Institut für Gerontologie) und Jens Maylandt (sfs) moderierten Workshop wurden die unterschiedlichen Einflussfaktoren auf die Nachfolgeprozesse in Betriebsräten thematisiert. Die Teilnehmenden schilderten die Situation in ihren Gremien und tauschten sich über die jeweils unterschiedlichen Einflussfaktoren aus. Als ein zentrales Ergebnis wurde festgehalten, dass die Nachfolgeplanung möglichst früh mit der Rekrutierung neuer Betriebsratsmitglieder beginnen müsse. Notwendig, so die Teilnehmenden, seien Unterstützungsangebote, welche die unterschiedlichen Voraussetzungen der Betriebsräte (Branche, Größe, etc.) berücksichtigen.

Im abschließenden von Dr. Stefan Lücking von der Hans-Böckler-Stiftung moderierten Round Table Gespräch stellten die Anwesenden fest, dass der Generationswechsel im Betriebsrat, auch vor dem Hintergrund der weitreichenden Veränderungen in der Arbeitswelt, breitflächig thematisiert und passgenaue Austausch- und Unterstützungsangebote initiiert bzw. in die Fläche getragen werden müssen.