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„Neue Praktiken für die große Transformation – Soziale Innovationen für Nachhaltigkeit“: sfs beteiligt sich an „Great-Transformation-Konferenz"

In mehr als 150 Veranstaltungen debattierten WissenschaftlerInnen aus unterschiedlichen Fachdisziplinen und Weltregionen vom 23. bis zum 27. September in Jena auf der Konferenz „Great Transformation: Die Zukunft moderner Gesellschaften“. Die sfs-Wissenschaftlerin Eva Wascher beteiligte sich hierbei in Form eines Panels das sich mit der Entwicklung und Verbreitung von nachhaltigen Praktiken für eine große Transformation beschäftigt. Ebenso setzten die sfs-Wissenschaftlerinnen Stephanie Lübke und Marthe Zirngiebl in diesem mit besonderem Fokus auf praxistheoretischen Beiträgen ausgerichteten Panel Akzente.

Die Konferenz „Great Transformation: Die Zukunft moderner Gesellschaften“ wurde von der Friedrich-Schiller-Universität Jena, und der DFG-KollegforscherInnengruppe „Landnahme, Beschleunigung, Aktivierung. Zur Dynamik und (De-)Stabilisierung moderner Wachstumsgesellschaften“ in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Soziologie veranstaltet.

Die Konferenz griff Karl Polanyis Diagnose einer „Great Transformation“ auf und übertrug sie auf eine kritische Betrachtung der Gegenwart. Über fünf Tage wurden unterschiedliche Perspektiven auf die Zukunft moderner Wachstumsgesellschaften diskutiert. Am dritten und vierten Konferenztag wurden in zahlreichen Foren „Felder der Transformation“ sowie „Konturen von Postwachstumsgesellschaften“ thematisiert.

Eva Wascher, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Sozialforschungsstelle der TU Dortmund, organisierte ein Panel zu „Neue Praktiken für die große Transformation – Soziale Innovationen für Nachhaltigkeit“. In diesem Panel wurden praxistheoretische Arbeiten vorgestellt, die sich mit der Entwicklung und Verbreitung von nachhaltigen Praktiken für eine große Transformation beschäftigen. Effiziente und konsistente Praktiken allein sind dabei nicht ausreichend, um eine global nachhaltige Entwicklung zu erreichen. Nachhaltige Praktiken, die dem Suffizienzprinzip entsprechen, sind ebenfalls von hoher Bedeutung, gleichwohl sie sich auf Grund verschiedener Suffizienzbarrieren schwieriger als andere Praktiken institutionalisieren und damit zunächst scheinbar über ein geringeres Potenzial für soziale Innovation verfügen.

Den Auftakt des Panels bildeten zwei Beiträge, die die Entwicklung und Institutionalisierung neuer Praktiken im Allgemeinen konzeptionieren. Einmal mit Blick auf Vorgänge der Institutionalisierung neuer Praktiken an sich und einmal mit Fokus auf die Verbreitung und Weiterentwicklung von Praxisfeldern. Der darauffolgende Beitrag beleuchtete ein Praxisfeld, welches sich dem Suffizienzprinzip für nachhaltige Entwicklung zuordnen lässt und fokussierte die beginnende Institutionalisierung von Praktiken der weitest gehenden Müllvermeidung und -reduzierung (Zero Waste). In den letzten beiden Beiträgen ging es um Praktiken im Energiesystem. Zum einen werden verschiedene Typen von Energiegenossenschaften auf ihr Transformationspotenzial hin untersucht, zum anderen ging es um neue Praktiken, mit denen sich Rebound-Effekte vermeiden lassen (sog. Supplements).

Am Panel beteiligt waren:

  • Maria Rabadjieva (Institut für Arbeit und Technik, Gelsenkirchen): Emergence and Diffusion of Social Innovation Through Practice Fields
  • Eva Wascher (Sozialforschungsstelle, TU Dortmund): Social Innovation in Sustainability Transitions: The Institutionalisation of Sustainable Social Practices
  • Marthe Zirngiebl (Sozialforschungsstelle, TU Dortmund): Social Innovation and Social Change: Analysing the Diffusion of Zero Waste Practices
  • Emily Drewing (Kulturwissenschaftliches Institut Essen/Ruhr-Universität Bochum): Soziale Innovation im Energiesystem? Zum transformativen Potenzial von Energiegenossenschaften
  • Stephanie Lübke (Sozialforschungsstelle, TU Dortmund): Rebound Risks Reduced – Investing Innovation Profits in Supplements
    Sonja Knobbe (Kulturwissenschaftliches Institut Essen): Moderation

Im Panel fand eine rege Diskussion statt. Zudem wurde vor allem auch die thematische Verknüpfung der praxistheoretischen Beiträge von den TeilnehmerInnen gelobt.

Zeitgleich zur Konferenz fand das Festival "Great Transformation. Von Spuren und Träumen einer besseren Welt" statt. Das Festival wurde von der DFG-KollegforscherInnengruppe "Landnahme, Beschleunigung, Aktivierung. Dynamik und (De-)Stabilisierung moderner Wachstumsgesellschaften" der Friedrich-Schiller- Universität Jena in Zusammenarbeit mit JenaKultur, einem Eigenbetrieb der Stadt Jena, veranstaltet.