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Gastbeitrag vom Projekt KoSI-Lab im ITB infoservice erschienen

Labore sozialer Innovation sind Räume, die sozial innovative Initiativen auf den Weg bringen wollen. Im Rahmen des sfs-Projektes „KoSI-Lab“ wurden zwei solcher Labs in Dortmund und Wuppertal gegründet und internationale Fallstudien über Labore und Zentren sozialer Innovation durchgeführt. In der aktuellen Schwerpunktausgabe des ITB infoservice „Wissenstransfer im Wandel – Brückenbau zwischen Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft“ werden ausgewählte Projektergebnisse vorgestellt.

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In den letzten Jahren konnte weltweit eine deutliche Entwicklung zu einer stetig steigenden Zahl an Gründungen von Laboren und Zentren sozialer Innovation beobachtet werden. Diese verstehen sich als Orte, die Menschen aus unterschiedlichen Organisationen und gesellschaftlichen Sektoren (z.B. Öffentliche Verwaltung, Wirtschaft, Nichtregierungsorganisationen etc.) zusammenbringen, um mit Hilfe methodengestützter Verfahren kollaborative Arbeitsprozesse zu unterstützen, an deren Ende eine sozial innovative Initiative steht (z.B. eine neue Form des Versorgens, Verwaltens oder Organisierens). Hierbei handelt es sich oftmals um eine Lösungsmöglichkeit für eine spezifische gesellschaftliche Problemstellung. Im Rahmen des dreijährigen BMBF-geförderten Projektes „KoSI-Lab – Kommunale Labore sozialer Innovation“ (Projektlaufzeit: 01.06.2016 - 31.05.2019) wurden hierzu zahlreiche internationale Fallbeispiele analysiert.

Erfreulicherweise wurde das BMBF-Referat 113 auf die Projektstudie „Labore sozialer Innovation. Bericht über internationale Fallstudien“ aufmerksam. Auf deren Wunsch beteiligte sich das KoSI-Lab-Team mit einem Gastbeitrag in der aktuellen Schwerpunktausgabe des ITB infoservice „Wissenstransfer im Wandel – Brückenbau zwischen Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft“. Um die konkreten Ansätze zur Einbeziehung verschiedener Stakeholder greifbar zu machen, haben die sfs-MitarbeiterInnen Jürgen Schultze, Eva Wascher und Florian Hebel zwei renommierte Fallbeispiele aus Österreich (GovLabAustria) und Kanada (Center for Social Innovation Toronto) vorgestellt.

Das GovLabAustria gilt als eines der bekanntesten und erfolgreichsten Labore für Politik- und Verwaltungsinnovation im deutschsprachigen Raum. Das 2016 gegründete SI-Lab wird von der Donau-Universität Krems und dem österreichischen Bundesministerium für Kunst, Kultur, öffentlichen Dienst und Sport gemeinschaftlich getragen. Ziel ist es, bestehende Interaktionsrahmen („Silos“) im öffentlichen Sektor aufzubrechen und neu zu denken. Dazu werden organisationsübergreifende Lösungsansätze unter Einbindung der entsprechend relevanten Stakeholder erarbeitet und in zahlreichen Forschungs- und Entwicklungsprojekten erprobt.

Der Beitrag befasst sich darüber hinaus mit dem Center for Social Innovation Toronto, welches sich nicht auf die öffentliche Verwaltung, sondern auf soziales Unternehmertum fokussiert. Interessierte Selbständige, gemeinnützige Organisationen, Stiftungen oder kleinere Unternehmen können an mittlerweile fünf Standorten in Kanada und den USA Co-Working-Räume anmieten und mit- bzw. untereinander kollaborieren. Ein solches „community building“ dient dazu, neue sozial-innovative Denkweisen besser zu stimulieren.

Die Erfahrungen aus Kanada und Österreich zeigen anschaulich die unterschiedlichen Wirkungsmöglichkeiten von Laboren sozialer Innovation, um gesellschaftliche Herausforderungen transdisziplinär zu lösen. Eine breite politische Unterstützung, ein gut verknüpftes Stakeholder-Netzwerk sowie die methoden-gestützte Kollaboration in einer innovativen Arbeitsatmosphäre erwiesen sich dabei als konkrete Erfolgsfaktoren für die erfolgreiche Generierung sozialer Innovationen in Laborkontexten. Auch hierzulande wird dieses Potenzial zur Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen immer häufiger gesehen. Der kürzlich erfolgte Beschluss des Deutschen Bundestages, der die Förderung sozialer Innovationen als politische Zielsetzung ausgibt, bietet die Chance, dass sich auch in Deutschland ein neues soziales Innovationsverständnis entwickelt.